Wissen rund um Katzen
Ratgeber aus unserer täglichen Arbeit: Was tun, wenn ihr eine Katze findet? Was kostet ein Katzenleben wirklich? Und wie meldet ihr Streuner richtig?
Ratgeber
Die wichtigsten Schritte, wenn ihr eine herrenlose Katze entdeckt.
Ratgeber
Die ehrliche Rechnung – vom Futter bis zum Tierarztnotfall.
Ratgeber
So helft ihr richtig – ohne euch oder die Tiere in Gefahr zu bringen.
Ratgeber
Was ihr tun könnt – und warum die Streunerhilfe in solchen Fällen nicht eingreifen darf.
Service
Bitte auf den Anrufbeantworter sprechen, einmal anrufen reicht – und wann es ein Notfall ist.
Fundkatze gefunden – was tun?
Ihr habt eine Katze entdeckt, die offensichtlich niemandem gehört. Vielleicht sitzt sie seit Tagen vor eurer Tür, vielleicht habt ihr sie abgemagert auf einem Feld gesehen. Was jetzt?
Erst hinschauen, dann handeln
Nicht jede freilaufende Katze ist ein Notfall. Viele Katzen in der Region sind Freigänger, die regelmäßig nach Hause kommen. Einen Streuner erkennt man an:
- abgemagert, struppiges oder verfilztes Fell
- Verletzungen, verklebte Augen, zerfranste Ohren
- extrem scheu oder im Gegenteil: verzweifelt zutraulich
- kein Halsband, kein gepflegter Eindruck
Ein gut genährter, sauberer Freigänger braucht keine Rettung – auch wenn er bettelt.
Erste Schritte
- Nicht einfangen
Solange die Katze nicht offensichtlich verletzt oder in akuter Gefahr ist: Finger weg. Scheue Katzen geraten in Panik und können sich und euch verletzen. - Futter und Wasser hinstellen
Aber keine Milch – Katzen vertragen Kuhmilch schlecht. Normales Leitungswasser und, wenn vorhanden, Katzenfutter reichen. - Dokumentieren
Foto machen, Fundort und Datum notieren. Das hilft bei der späteren Suche nach dem Besitzer. - Melden
Ordnungsamt der Gemeinde anrufen (bei Fundtieren gesetzlich vorgeschrieben) und uns kontaktieren.
Rechtliches: Fundtiere und Meldepflicht
Fundtiere müssen beim zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden – das ist gesetzlich vorgeschrieben. In der Praxis rufen die meisten Ämter dann den lokalen Tierschutzverein an, weil sie selbst keine Unterbringungsmöglichkeit haben.
Einfach behalten dürft ihr eine gefundene Katze nicht. Erst nach einer Wartefrist von sechs Monaten geht das Eigentum auf den Finder über, sofern sich kein Besitzer meldet.
In unserer Region: Streunerhilfe Plau anrufen
Wenn ihr rund um Plau am See, Goldberg, Karow oder Alt Schwerin eine Katze findet, die Hilfe braucht: Ruft uns an. Wir kommen vorbei, beurteilen die Situation und kümmern uns um alles Weitere – Einfangen, Tierarzt, Pflegestelle.
Telefon: 0152 369 35 769 | Mail: kontakt@streunerhilfe-plau.de
Auch außerhalb der üblichen Zeiten erreichbar. Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.
Was eine Katze im Jahr kostet – die ehrliche Rechnung
Katzen gelten als pflegeleicht und günstig. Im Vergleich zum Hund stimmt das sogar – aber kostenlos sind sie nicht. Wer sich eine Katze anschafft, sollte wissen, was finanziell auf ihn zukommt.
Einmalige Kosten zum Start
- Schutzgebühr oder Kaufpreis: 50–350 EUR
- Kastration (falls nicht bereits erfolgt): 100–350 EUR
- Grundausstattung (Katzenklo, Kratzbaum, Näpfe, Transportbox): 150–300 EUR
- Erstuntersuchung und Impfung: 80–150 EUR
Zum Start könnt ihr mit 400 bis 1.000 Euro rechnen, je nachdem, woher die Katze kommt und was sie mitbringt.
Laufende monatliche Kosten
- Futter: 30–60 EUR (Nassfutter ist teurer, aber für die Gesundheit besser)
- Katzenstreu: 10–20 EUR
- Krankenversicherung (optional, aber empfehlenswert): 15–40 EUR
Monatlich also 55 bis 120 Euro, je nach Anspruch und Futterwahl.
Jährliche Routine
- Impfauffrischung: 50–80 EUR
- Entwurmung und Parasitenbehandlung: 30–60 EUR
- Routineuntersuchung: 30–50 EUR
Die Kosten, die niemand einplant
Katzen werden krank. Zahnprobleme, Nierenleiden, Unfälle bei Freigängern – die Tierarztrechnung kann schnell dreistellig werden. Eine Zahn-OP kostet 300 bis 800 Euro. Ein gebrochenes Bein: 1.000 Euro aufwärts.
Rechnet mit 600 bis 1.200 Euro im Jahr für eine gesunde Katze. Mit Pech deutlich mehr.
Deshalb ist Kastration so wichtig
Wer sagt „Das ist mir zu teuer“ und deshalb auf die Kastration verzichtet, spart am falschen Ende. Ein einziger Wurf Kitten kostet mehr als die Kastration – und erzeugt Leid, das kein Geld der Welt wieder gutmacht. Unterstützt unsere Kastrationsarbeit, damit kein Tier aus Geldnot unkastriert bleibt.
Streunerkatzen melden – so helft ihr richtig
Ihr seht regelmäßig eine magere Katze im Garten, eine Gruppe verwilderter Tiere auf einem Grundstück oder ein verletztes Tier am Straßenrand. Was könnt ihr tun?
Melden. Das ist das Wichtigste.
Die meisten Streunerkatzen-Populationen wachsen jahrelang, bevor jemand etwas unternimmt. Oft wissen die Nachbarn Bescheid, aber niemand fühlt sich zuständig. Genau deshalb: Meldet es uns, auch wenn ihr euch nicht sicher seid.
Was wir wissen müssen
- Wo genau? Adresse oder Beschreibung des Standorts
- Wie viele Tiere ungefähr?
- Seit wann fallen sie euch auf?
- Wirken die Tiere krank oder verletzt?
- Füttert jemand vor Ort?
Je mehr ihr uns sagen könnt, desto besser können wir den Einsatz planen.
Was wir dann tun
Wir fahren zum Standort und verschaffen uns ein Bild. Je nach Situation:
- Einzelne verletzte Tiere: sofortige Sicherung und Tierarzt
- Kleinere Gruppen: Lebendfallen aufstellen, einfangen, kastrieren, medizinisch versorgen
- Größere Populationen: mehrtägige Einfangaktion mit Lebendfallen, Koordination mit Tierärzten und Pflegestellen
Alle Katzen werden kastriert, entwurmt und gegen Parasiten behandelt. Zahme Tiere vermitteln wir in feste Zuhause, scheue Tiere werden nach der Kastration am Fundort freigelassen.
Was ihr nicht tun solltet
- Tiere eigenmächtig einfangen – Verletzungsgefahr für euch und das Tier, rechtlich heikel
- Gift oder Fallen auslegen – strafbar nach § 17 Tierschutzgesetz
- Füttern ohne zu melden – gut gemeint, verschärft aber das Problem, weil die Population wächst
Melden ist keine Denunziation
Es geht nicht darum, jemandem Ärger zu machen. Es geht darum, Tieren zu helfen, die allein nicht klarkommen. In fast allen Fällen sind die Grundstückseigentümer froh, wenn sich jemand kümmert.
Streuner melden in der Region Plau am See
Wir sind zuständig für Plau am See, Goldberg, Karow, Alt Schwerin und Umgebung – über die Landkreise Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte und Rostock hinweg.
Telefon: 0152 369 35 769 | Mail: kontakt@streunerhilfe-plau.de
Auch außerhalb der üblichen Zeiten erreichbar. Melden geht auch anonym.
Mein Nachbar lässt seine Katze nicht kastrieren, was tun?
Verständliche Frage, schwierige Antwort: In solchen Fällen können wir leider nicht helfen. Solange eine Katze einen Halter hat, dürfen wir nicht eingreifen. Auch dann nicht, wenn sie jedes Jahr Junge bekommt, die im Schuppen der Nachbarschaft landen, oder wenn ein unkastrierter Kater Stress mit anderen Katzen macht.
Warum wir keine Handhabe haben
Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es bislang keine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen. Wer Halter einer Katze ist, entscheidet selbst, ob er sie kastrieren lässt. Das ist ärgerlich für die Nachbarschaft und schlecht für die Tiere, aber rechtlich dürfen wir Halter nicht zur Kastration zwingen.
Nur bei Streunern, also herrenlosen oder verwilderten Tieren ohne Besitzer, sind wir der richtige Ansprechpartner. Sobald eine Katze einen Halter hat, sind uns die Hände gebunden.
Was ihr tun könnt
- Veterinäramt LUP informieren
Das Veterinäramt im Landkreis Ludwigslust-Parchim sammelt seit Anfang 2026 Daten zu unkastrierten Freigängern und ihrer Auswirkung auf die Streunerpopulation. Je mehr Fälle dort dokumentiert werden, desto stärker wird das Argument für eine Kreisverordnung. - Mit dem Halter reden
Manchmal hilft schon ein freundlicher Hinweis auf die Vermehrungsproblematik und auf günstige Kastrationsaktionen, die Tierarztpraxen hin und wieder anbieten. Wer weiß, welche Folgen unkastrierte Freigänger haben, lässt sich oft umstimmen. - Bei Jungtieren melden
Wenn die unkastrierten Eltern Junge bekommen, die im Schuppen oder Garten landen und sich verwildern, werden aus diesen Kitten irgendwann Streuner ohne Halter. Dann sind wir wieder zuständig. Hier steht, wie ihr Streuner richtig meldet.
Hintergrund: Im Nachbarlandkreis gibt es eine Pflicht
Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gilt bereits eine Katzenschutzverordnung mit Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht in ausgewiesenen Schutzgebieten, unter anderem in Röbel, Malchow und Waren. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim haben wir diese Regelung bisher nicht. Wir setzen uns dafür ein, dass sich das ändert, weil ohne klare gesetzliche Grundlage immer wieder unkastrierte Freigänger für Leid in der Streunerpopulation sorgen.
Konkreter Streuner-Fall in der Region?
Wenn die unkastrierten Tiere niemandem gehören oder Junge bekommen haben, die jetzt verwildert herumlaufen, sind wir der richtige Ansprechpartner. Meldet euch bei uns, wir kommen vorbei und schauen uns die Situation an.
Telefon: 0152 369 35 769 | Mail: kontakt@streunerhilfe-plau.de
So erreicht ihr uns am besten
Die Streunerhilfe Plau ist ein rein ehrenamtliches Team. Wir sind nicht rund um die Uhr am Telefon, weil wir tagsüber arbeiten, bei Einsätzen unterwegs sind oder uns gerade um eine Pflegestelle kümmern. Damit wir euch trotzdem zuverlässig helfen können, hier ein paar Bitten.
Sprecht bitte auf den Anrufbeantworter, schreibt eine Mail oder schickt eine WhatsApp
Wenn niemand rangeht, hinterlasst eine Nachricht. So wissen wir sofort, worum es geht und können euer Anliegen direkt an die richtige Stelle weiterleiten. Eine Mail oder kurze WhatsApp an unsere Nummer reicht genauso.
Einmal anrufen reicht
Drei, vier oder fünf Anrufe direkt hintereinander helfen uns nicht weiter. Wenn beim ersten Mal niemand rangeht, sind wir gerade nicht am Telefon. Wir rufen zurück, sobald es geht.
Habt ein bisschen Geduld
Bei nicht akuten Anliegen kann es ein bis zwei Tage dauern, bis wir uns melden. Dazu gehören Fragen wie: Ein unkastrierter Kater im Revier, eine Lebendfalle leihen, eine Vermittlungsanfrage, allgemeine Beratung. Wir vergessen niemanden.
Im Notfall sofort handeln
Es gibt Situationen, in denen ihr nicht auf uns warten solltet:
- eine verletzte Katze, die ihr selbst sichern könnt
- gefundene Kitten, die offensichtlich allein sind und kalt werden
- eine konkrete Lebensgefahr für ein Tier (Verkehr, Vergiftung, schwere Verletzung)
In diesen Fällen wendet euch bitte direkt an einen Tierarzt in der Nähe oder, außerhalb der Sprechzeiten, an die nächstgelegene Tierklinik. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Was wir am liebsten wissen, wenn ihr uns kontaktiert
- Wer seid ihr und wie sind wir am besten zu erreichen?
- Worum geht es in einem Satz?
- Wo seid ihr oder das Tier ungefähr?
- Ist es akut oder kann es ein paar Tage warten?
Unsere Kontaktwege
Telefon und WhatsApp: 0152 369 35 769
E-Mail: kontakt@streunerhilfe-plau.de
Wir antworten so schnell wir können, versprochen.
Weiterführende Quellen
- Wa(h)re Haustier(liebe) – ehrliche Aufklärung rund um Tierhaltung: Mythen, Verantwortung, Adoptionsberatung
- NABU – Katzen und Artenschutz – warum freilaufende, unkastrierte Katzen ein Problem für Wildtiere sind
- GOT – Gebührenordnung für Tierärzte – aktuelle Tierarztkosten nachschlagen